Zur Philosophie der Schönheit im 21. Jahrhundert, oder die Ökonomie des Impressionsmanagements

Roland Kobald

Abstract


Schönheit, was ist das? Der Begriff „Schönheit“ tritt heute in eine neue Phase ein. In der Antike war er als Reflexions­gegenstand quasi nicht vorhanden. Heute ist Schönheit eine fast alles bestimmende Dominante. Nicht die innere Schön­heit, gewonnen etwa durch Meditation, sondern die Körper­schönheit ist ein gesellschaftlicher Prägestempel unserer Zeit. Schönheit ist mehr nicht im dunkeln, metapysischen Geist verborgen, sondern liegt in unserem Zeitalter deutlich an der Oberfläche. Es heißt, dass das Schöne die sinnliche Erschei­nung der Vervollkommnung sei. In unsrem Zeitalter wurde die körperliche Schönheit zu einer derartigen Vervollkommnung. Sie ist ein alles dominierender Wert an sich. Schönheit wird auch mit Erfolg und Macht assoziiert. Schön steht für jung, sexy, schlank, hype oder erfolgreich. In der Ökonomie der Schönheit muss jede/r dem ästhetischen Mainstream folgen, um diese Attribute zu erfüllen. Unser Körper wird po­pulärkulturelles Gut


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